Und ich dachte, gestern war schon geil…

Der heutige Tag war wirklich besonders. In vielerlei Hinsicht. Besonders stressig, weil das Programm einfach wieder so voll mit spannenden Terminen war, dass man kaum mal ein Minute zum durchatmen hatte. Besonders spannend, weil die Referenten super interessante Themen zu präsentieren hatten, die sie auch perfekt rüberbrachten. Und besonders nett, weil einfach die Beziehung zwischen uns Volontären, besonders zu den späteren Abendstunden, einfach immer besser und inniger wurde.
Ich spare mir jetzt einfach mal das ellenlange nacherzählen. Das habe ich schon zu Genüge auf Instagram gemacht und außerdem muss ich mir ja auch irgendwas für meinen Nachbericht in der TZ aufbewahren. Nur soweit: Wir hatten vier Referenten mit an Bord, einer davon der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf von Lambsdorff. Wir haben außerdem das Parlamentarium, die Voxbox und eine Plenarssitzung besichtigt. Und wir hatten den Abend zur freien Verfügung und haben diesen genutzt, um uns alle mal näher kennenzulernen. So viel Vorweg: Es ist gelungen. Selten habe ich mit Leuten, die ich gerade einmal einen Tag kannte, so viel Spaß gehabt wie mit dieser Truppe. Es klingt komisch, aber das Volontärsdasein verbindet einen einfach.
Und das war eigentlich auch das, was für mich den heutigen Tag so besonders gemacht hat. Klar, die Vorträge waren super spannend und es war auch ein absolut einmaliges Erlebnis, so einer Plenarssitzung zu lauschen und einmal den immensen Aufwand, den es macht, in über ein Dutzend verschiedener Sprachen simultan zu dolmetschen, zu sehen, aber am Ende war es dann doch die Zusammenkunft mit 19 einigermaßen gleichaltrigen, die ähnliche Interessen und auch ähnliche Berufswünsche hegen wie man selbst. Einen so großen Input, wie ich ihn innerhalb dieser zwei Tage durch diese Leute erhalten habe, hätte ich mir niemals träumen lassen und werde ich vermutlich auch nicht so schnell wieder finden.
Also, mein heutiges heimliches Highlight: Alle 19 Volontäre. Und jetzt Gute Nacht.

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From Brüssel with love

2:30. Kein Sonnenstrahl am Himmel, kein Vogel zwitschert vor meinem Fenster, nur mein Wecker beschallt das gesamte Schlafzimmer. Beep Beep Beep. Ich quäle mich aus dem Bett, stelle mich kurz unter die Dusche und genehmige mir noch ein schnelles Nutellabrot, bevor ich mich auf die Reise begebe. Es geht von Torgau nach Leipzig. Von Leipzig nach Berlin und von Berlin dann nach Brüssel. Warum? Diese Frage stelle ich mich auf der Fahrt auch das eine oder andere Mal. Warum in solch einer Herrgottsfrühe aufstehen, eine stundenlange Reise auf sich nehmen nur um dann in eine wolkenbehangene Stadt zu fahren, in der ich keine der beiden offiziellen Amtssprachen spreche, geschweige denn vernünftig verstehe?
Nunja, eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Weil ich mich für eben diese Volontärsreise beworben habe. Schon vor Monaten landete in unserer Redaktion eine Mail vom Verband deutscher Lokalzeitungen, ob denn unser Volontär nicht Lust hätte, mit nach Brüssel zu fliegen, um sich dort einmal die Europäische Kommission und das Europäische Parlament genauer anzusehen. Die Antwort stand natürlich schnell fest. In Brüssel war ich noch nie, einigermaßen politisch interessiert bin ich auch und von den ganzen anderen Volontären, die dort ebenfalls mitfahren, kann man sicher auch noch einiges lernen.
Und so stehe ich nun also in Brüssel und muss sagen: Bisher hat sich das frühe Aufstehen und die lange Reise mehr als gelohnt. Schon allein der erste Tag hier war dermaßen informativ und spannend, die Stunden gingen schneller vorbei als man auf die Uhr gucken konnte. Insgesamt fünf Referenten erzählten uns nacheinander aus ihren verschiedenen Ressorts, schilderten uns ihre Sichtweise der Dinge und gaben uns teilweise schon exklusive Insiderinfos zu Dingen, die eigentlich erst morgen groß in die Medien gestreut werden. Es wurde diskutiert, nachgefragt und nett geplaudert. Angefangen mit einem einstündigen Vortrag über den Digitalen Binnenmarkt, den ein durchweg sympathischer Maximilian Strotmann hielt, arbeiteten wir uns durch die Themen der EU-Strukturförderung sowie der Migrationspolitik der Europäischen Union hindurch. Alles super spannend, höchst informativ und teilweise auch wirklich, gerade bei dem zweiten Vortrag, vorzüglich regional anwendbar. Gegen Ende bekamen wir dann noch einen kurzen Einblick in die Arbeit einer Pressesprecherin der Europäischen Kommission, welcher uns auf das so genannte Midday-Briefing vorbereiten sollte, welchem wir am Donnerstag beiwohnen werden. Also alles in allem ein durchweg gelungener Tag, welcher mit einem vorzüglichen Essen in einem Restaurant direkt um die Ecke der Kommission abgeschlossen wurde.
Morgen geht es dann pünktlich um halb acht weiter, wir werden den ganzen Tag im europäischen Parlament verbringen, mit einigen Abgeordneten reden und einer Plenarssitzung beiwohnen. Natürlich halte ich euch via Instagram auf dem Laufenden und versuche, so regelmäßig wie möglich Bilder hochzuladen.

Eine Begegnung der dritten Art

Sie kennen doch bestimmt die Flat-Earth-Society. Diese Menschen, die daran glauben, dass die Erde eine Scheibe ist und von Reptiloiden bewohnt und beherrscht wird. Ganz schön verrückte Menschen, oder? Nun potenzieren Sie dieses Weltbild einmal auf der Durchgeknalltheits-Skala und Sie kommen undgefähr dort raus, wo ich meinen Gast, den ich gestern in meinem Büro hatte, einordnen würde.

Alles hatte ganz normal angefangen. Mein liebster Kollege und Zimmergenosse hatte mich auch meiner Suche nach einem geeigneten, spannenden Thema auf Holger (Name von der Redaktion geändert) aufmerksam gemacht und mir erzählt, der hätte vor einiger Zeit einmal angefangen, eine Torgauer Sea-Shepherd-Gruppe zu gründen und vielleicht könne man dort ja mal nachhorchen, was daraus geworden ist. Gesagt, getan. Ich rief also bei Holger (Name von der Redaktion ausgedacht) an und legte ihm mein Anliegen dar. Zwar hatte sich die Sache mit der Sea-Shepherd-Aktion schon wieder erledigt (es ist nichts daraus geworden), aber nichtsdestotrotz roch ich bei Holger (Name von der Redaktion erfunden) eine spannende Geschichte. Denn kaum hatte ich ihn am Telefon zu Wort kommen lassen, erzählte er mit einen von Geistern, Chakras, nordischen Göttern, den Germanen und wie das denn alles mit Torgau zusammenhänge. „Cool“, dachte ich mir, „der hat ja ein wirklich interessantes Weltbild, wäre schade darüber nicht mal zu berichten.“ Also lud ich Holger (Name von der Redaktion abgewandelt) am nächsten Tag in die Redaktion ein, bereitete einige Fragen vor und stellte mich auf ein aufschlussreiches Gespräch ein. Dem war auch so, aber deutlich anders, als ich es mir jemals hätte vorstellen können.

So kam der nächste Tag, die Uhr schlug zwölf und Holger (Name von der Redaktion umgestellt) kam mich besuchen. Das erste Mal machte ich große Augen, als er mit seinem Hund um die Ecke kam und diesen dann natürlich, es war kaltes Wetter draußen, mit in mein Büro nahm. Dort angekommen, ging auch schon unser Gespräch los. Eigentlich war es weniger UNSER Gespräch als vielmehr SEIN Gespräch. Holger (Name von der Redaktion ersonnen) redete und redete, teilweise das gleiche Zeug wie am Vortag am Telefon, teilweise vollkommen neue und, für mich als Außenstehdenen, komplett abstruse Dinge. Das die Elbe verschiedene Chakras besitzt und eines davon bei Magdeburg, ein anderes bei Torgau liegt. Dass ein Drache im Inneren der Erde wohnt und ständig versucht auszubrechen. Über giftiges Wasser und warum es ein schlechtes Zeichen ist, rote Dachziegel auf seinem Haus zu haben. Und darüber, dass ich vom Bösen bessesen wäre, weil ich einen schwarzen Pullover und eine blaue Hose trug. Sie finden, das klingt total verrückt? Wirklich? Ich auch! Doch das noch viel verrücktere war: Wenn man sich in die Welt von Holger (Name von der Redaktion ausgewählt) hineinversetzt, macht das alles irgendwie Sinn. Ungefähr so, wie es auch im Herrn der Ringe Sinn macht, dass dort Orks und Elben. Und nach etlichem nachfragen und ganz genauem Zuhören hat es sich mir am Ende tatsächlich sogar (einigermaßen) erschlossen.

Und wer weiß, vielleicht finden Sie die Weltanschauung Holgers (Name von der Redaktion geändert) ebenso interessant, spannend und kurios wie ich. Wie Sie das herausfinden können, fragen Sie sich? Ganz einfach! Verfolgen Sie in den kommenden Wochen aufmerksam die Torgauer Zeitung und vielleicht finden Sie dort dann den passenden Artikel.

Ich drücke ihnen die Daumen!

Bis dahin,
Schöne Grüße und alles Gute
Ihr Nick Leukhardt

P.S. Sorry, dass ich so lange nicht mehr gebloggt habe.

Der digitale Mauerfall

Die Mauer muss weg! Die Mauer muss weg! So lassen sich die zahlreichen Nachrichten und Kommentare zusammenfassen, welche wir jede Woche aufs Neue in unserem Postfach oder unter unseren Facebookposts finden und die einen kostenlosen Zugriff auf all unsere Inhalte verlangen. Oder kurz gesagt, eine Abschaffung unserer Paywall.

Zwar tut man die ersten paar Male solche Kommentare noch als bloßes Stänkertum ab, mit der Zeit kommt man aber auch als gestandener Journalist, dem kaum etwas mehr weh tut, als seine Arbeit zu verschenken, ins Grübeln. Wie setzt man seine Prioritäten? Ist einem die Reichweite lieber als sein hart erarbeitetes Gedankengut? Oder legt man größeren Wert auf exklusive Inhalte und riskiert damit, weniger Menschen zu erreichen?

Wirft man einmal einen Blick in andere Redaktionen, lässt sich eine ungefähre Tendenz erkennen. So setzen insbesondere große Zeitungen wie die Bild oder der Spiegel auf den Einsatz von Paywalls. Die können es sich allerdings auch erlauben, da die nötige Reichweite solcher Zeitungen vorhanden ist. Bei kleineren Lokalzeitungen sieht die Sache dann schon ganz anders aus, die sind froh um jeden Leser. Und um diese, eher geringe Leserschaft nicht zu vergrätzen und bei sich zu behalten, verzichten viele kleinere Redaktionen auf den Einsatz einer Paywall. So geschehen auch in zweien der drei Redaktionen, in denen ich bisher gearbeitet habe.

Zwar bin ich sonst immer sehr auf mich fixiert, doch in diesem Fall interessiert mich einmal eure Meinung! Schätzt ihr die Arbeit von uns Lokaljournalisten so sehr, dass ihr es einseht, einen kleinen Beitrag dafür zu bezahlen oder ist es für euch absolut unverständlich, für Dinge im Internet Geld auszugeben?

 

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Was rammelt der denn so weg?

Was rammelt der denn so weg, der Bock? Ein fantastischer Satz aus einem fantastischen Film. Für alle, die nicht wissen was gemeint ist: Hape Kerkeling spielt dabei einen Lokaljournalisten, der beschließt, jetzt Bundeskanzler zu werden. Dabei nimmt er allerdings nicht nur die deutsche Politik auf die Schippe, auch der Lokaljournalismus muss dabei die eine oder andere Feder lassen.

Wie ich jetzt darauf komme? Genauso wie Horst Schlämmer in dem oben erwähnten Film wurde auch ich heute eingeladen, das pure Klischee in Sachen Lokaljournalismus mitzuerleben: Ein Besuch des örtlichen Kleintierzüchtervereins. Wie oft habe ich die Vergangenheit schon auf die Frage „Worüber schreibst du denn eigentlich so?“ mit diesem Sinnbild beantwortet, nun ist es tatsächlich wahr geworden. Gute zwei Jahre habe ich es im Lokaljournalismus ausgehalten.

Ich bin Monster Truck gefahren und durfte zum Kleintierzüchterverein, jetzt habe ich wirklich alles erlebt.

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Also wenn das mal keinen Blogpost wert ist!!!

Mir wurde heute ein Kindheitstraum erfüllt. Nicht, dass ich den Sänger meiner Lieblingsband interviewen durfte oder den LEGO Todesstern geschenkt bekam, nein, ich durfte heute Monstertruck fahren! MONSTERTRUCK!!! Als ich den Termin mit dem Stuntteam, welches am Sonntag seine Show hier in Torgau performt, vereinbarte, hätte ich niemals gedacht, dass sie mich wirklich ans Lenkrad dieses tonnenschweren Fahrzeuges lassen würde. Die enviaM hat sich ja nicht einmal getraut, mich ihr Elektroauto länger als eine Runde um den Block fahren zu lassen.

Und so kletterte der kleine, 12-jährige Nick in das Cockpit des riesigen Monstertrucks und drückte den Startknopf, stellte den Motor auf D und würgte den Boliden erst einmal schön ab. Zwar wusste ich nicht, dass man Automatikfahrzeuge tatsächlich abwürgen kann, aber irgendwie hatte ich es geschafft. Einen Versuch später fuhr ich dann allerdings bereits mit meinem gigantischen Gefährt über die Festwiese und genoß das Gefühl, wieder ein kleines Kind zu sein. Ein Kind auf dem Fahrersitz eines MONSTERTRUCKS!

Das war und ist vermutlich auch noch eine ganze Weile, der beste Pressetermin auf dem ich jemals war!STOE0535.JPG

Die beste Kategorie ever

Heute erschien mein erster Beitrag in der besten Kategorie unserer Zeitung: Dem Sonderlob. Warum das die beste Kategorie ist, lässt sich mit einem Wort erklären: Sarkasmus. Für alle, die das ‚Sonderlob‘ nicht kennen, im Grunde wird auf möglichst sarkastische Weise auf einen Misstand hingewiesen, welcher in unserem Altkreis momentan herrscht. Innerhalb dieser Kategorie kann man also seinem Unmut so richtig schön Luft machen, ihn in so schön zynische Worte packen, wie man möchte. Und besser geht es für mich nicht. Es ist quasi wie dieser Blog hier, nur in der Zeitung. Für jemanden, der Zynismus quasi als zweiten Vornamen trägt perfekt. Und um mehr soll es in diesem Blogpost auch nicht gehen: Ein Sonderlob für das ‚Sonderlob‘.DSC_0120.JPG